Rudi`s Angeltag 31.5.14

Und es gibt sie doch: Kleiner Bericht über unser Teich Leben: 4 ha Wasser zuletzt ausgelassen 1990. Als ich den Teich übernahm haben einige ehemalige Fischer gejammert weil angeblich so wenig Fische darin sind. Ich habe mich aber dafür entschieden dass ich heuer nicht mehr besetzen werde, da er im Herbst/Winter abgelassen wird. Einige behaupten das größere Welse darin sind, andere wieder sagen dass stimmt nicht die sind schon alle aus gefischt. Doch letzte Woche wurden die ersten 3 gefangen 50 -80 cm. Und die Karpfen werden jetzt auch schon gefräßiger. Nette Kerl zw.3 -8kg wurden in den letzten 14 Tagen gefangen. Na egal einige Jahreskartenfische blieben doch dem Teich treu. Samstag 14 Uhr waren Fritz und ich dabei für die Waller auszulegen. Ich mit Köder am Floss, Fritz an Land. Am anderem Ende vom Teich war Rudi(72 und nicht mehr so rüstig auf den Beinen). Wie immer wenn`s Wetter erlaubt sitzt er von Vormittag bis Abends da und jagt den Karpfen nach. Die Köder sind ausgelegt da hör ich einen Bissanzeiger, Dauerton. Ich schaute zu Rudi, der gerade einen Fisch drillt, also kann es von da nicht kommen. Und unsere Bissanzeiger waren auch stumm. Na dann wird es wohl mein Tinitus sein ?! Beim zurück paddeln merkt ich dass Rudi mit Kescher unter dem Arm und mit krummer Rute langsam am Ufer entlang ging. Ich fragte nach ob alles in Ordnung ist. Da schrie er rüber:“ I kun erm nimma holten“. Sofort schickte ich Fritz rüber und nachdem ich wieder an Land war kam ich nach. Rudi erzählte dass sein Köder angenommen wurde und langsam abgedampft ist. Der Fisch zog nach rechts, dann wieder die ganze Teichlänge (200m) nach links und dann wieder nach rechts und zum Schluss Schnurrstracks Richtung gegenüberliegendes Ufer (150m). Rudi drillte jetzt schon 1,5Std Ich sagte ihm er soll sich doch am Tisch anlehnen da ich merkte es gingen ihm die Kräfte aus. Er musste immer wieder seine Arme ausschütteln aber er drillte mit einer Ruhe. Die Bremse hatte er total im Griff. Dann Stillstand! Wir warteten eine Viertel Stunde und weil sich immer noch nichts rührte entschlossen Fritz und ich mit dem Floss raus zu fahren. Wir 3 glaubten dass sich die Schnur irgend wo verhängt hat. Also mit dem Floss der Schnur entlang. Dann endlich erreichten wir die Stelle an der sie im Rechten Winkel nach unten zeigte. Ich kniete nieder und zupfte ein bisschen, ganz sanft damit sie ja nicht abriss. Ich zupfte und zupfte auf einmal gab sie nach.Langsam zog ich cm für cm hoch. Irgend was hing daran aber es rührte sich nichts daran. Also war es bestimmt ein Ast. Doch der Ast plupperte mir Luftblasen entgegen. Na super jetzt kann ich schon dass Blei sehen, und Fritz stand mit dem Kescher hinter mir. Jetzt war das Blei so hoch heroben dass ich es nur mehr packen brauchte . Ich wollte es gerade aus dem Wasser heben als auf einmal ein rissiger Wallerkopf nachkam. Ganz ruhig kam er fast bis zur Wasseroberfläche herauf. Ich hatte zwar momentan einen Adrenalin Stoß in mir aber die Schnur immer noch in der Hand. Langsam tauchte er wieder ab. Schnell zog ich die Handschuhe an. Fritz sagte nur „Für den is dei Kescher füi Kloan“ und „Wos damma jetzt?“ Ich zog wieder an der Schnur und wieder kam er ganz langsam hoch. Ich sah schon wieder das Blei. Ich war fest entschlossen diesen Fisch zu landen. Aber was macht man wenn ein Wels das Maul zu hat??? Noch einmal kam er wieder fast bis zur Wasseroberfläche. Und leider war sein Maul wieder zu. Der Schädel war so groß wie ein zusammen gedrückter 20lt Eimer. Meine Hand war bereit zum zupacken, da bewegte sich Fritz hinter mir. Ein Platscher, und weg war er. Ich schrie Rudi zu er solle kurbeln, was dieser auch sofort tat, aber er war einfach nicht zu halten und die Schur riss ab. Zurück an Land erzählte ich ihm was für einen Fisch er am Hacken hatte. Er war fix und fertig. Schnell holte ich eine Flasche Whisky (0,04lt) und mit je einem Schluck leerten wir diese. Also es gibt sie doch noch die Uralten Waller aus den 90iger Jahren. Gefangen wurde er mit einer Monofilen Schnur, Tragkraft 10kg, mit einem 2er Schonhaken bestückt mit einem Boilli „BlaueSau“ . Wohl wird er diesen irgendwie ein gesaugt haben und der muss dann im inneren vom Maul hängen geblieben sein. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Schade dass ich ihn nicht landen hab können, aber irgendwann erwischen wir ihn bestimmt. Nach einer deftigen Grillerei haben wir diesen Tag abgeschlossen.