Peter`s Waller

Waller Peter der 1.

Waller Peter der 1.

Jetzt haben wir den Beweis: Wie ich schon berichtet habe, hatte unser Rudi am 31.5. einen morts Waller an der Karpfenmontage den wir leider verloren haben. Am 4.6. fuhr ich wieder zum Teich. Peter war auch da und hatte schon ausgelegt. Und wie fast immer war ich zu faul mein Angelzeug an diesen Abend auszupacken. Ich wollte einfach nur den Anblick genießen. Wir grillten und plauderten als um 22Uhr Peters Piepser losging. Irgend ein Fisch nahm kurz und bündig 10m Schnur und dann war Schluss. Er lies seine Montage einfach liegen wo sie war. Wir plauderten also weiter. Um 22.25 Uhr ging dann ein Sirenengeheul los. Anschlag, der Fisch hing. Meter um Meter wurde Schnur genommen. Das schnurren der Rolle werde ich so schnell nicht vergessen. Peter kämpfte mit viel Gefühl Meter für Meter. Nur gut dass seine Karpfenzeug für Großkarpfen geeignet ist. Die beleuchtete Pose kam immer näher. Ich leuchtete mit der Taschenlampe. Dann kam ein Platscher und Peter kurbelte ohne Widerstand ein. Schade sagten wir der Fisch ist weg. Er kurbelte enttäuscht weiter. Ungefähr 30 Meter vor uns war auf einmal wieder ein Platscher und der Fisch zog doch wieder ab. Herzklopfen kam auf. Er hing also doch noch. Nach ca. 30 Minuten war der Fisch??? kurz vorm Teichrand. Immer noch nicht wussten wir was dran ist. Auf einmal war er da, der Schädel von einem Waller. Gleichzeitig entkam uns ein Phhhhaaaaaaaa! Mein Herz klopfte wie verrückt. Ich kniete mich hin, langsam kam der Wallerschädel näher. Ganz ruhig war er. Jetzt war er kurz vor meiner Hand. Peter schrie “Jetzt” und ich hab ihm eine gedängelt. Wie eine Kanone schoss der Waller wieder weg und verpasste mir eine Dusche. Die Rolle schnurrte wieder. Doch Peter hatte alles fest im Griff. Er bot mir an dass ich auch einmal drillen könnte aber ich wusste genau dem bin ich es nicht. Nach ca. 10 Minuten wiederholte sich alles noch einmal. Und wieder 10 Minuten später beschlossen wir, wir probieren ihn zu keschern. Denn eines wusste ich mit Sicherheit den würde ich nicht halten können da ja mein linker Arm wiedereinmal spinnt. So stand ich nun da mit Peters riesigen Karpfenkescher. Legte ihn auf Grund und Peter zog den Waller in meine Richtung. Ich stellte den Kescher ein bisschen schräg. meine Nerven waren zum zerreißen gespannt. Peter stellte sich hinter mich, der Waller kam immer näher. Heidi, du hast wahrscheinlich nur einen Versuch, pochte es in meinem Hirn. Ganz langsam kam er immer näher. Jetzt ist er über dem Kescher. Ich stellte den Kescher noch schräger auf. Auf einmal wieder ein Platscher, mit Gratis-Dusche. Ich hob den Kescher vor Schreck hoch, spürte aber dass er drinnen ist. Peter kam sofort und hob den Kescher an der anderen Seite ebenfalls hoch. Dann sahen wir das U-Hackerl im Kescher. Wir beide standen nun da, schauten uns an und dann haben wir unsere Freude in die Nacht hinausgeschrien. Jetzt kam auch Fritz und Marc die ich zur Hilfe anrief. Jetzt hofften wir nur, dass der Kescher diesen Fisch auch aushält wenn wir ihn nun raus heben. Ich wollte Peter dabei helfen. Solange der Waller noch im Wasser war, war er ja gar nicht so schwer. Aber mit mir hatte Peter keine Chance. Der erste Versuch scheiterte an meinen Altersbedingten, weiblichen Kräften. Fritz übernahm dann meinen Platz und die beiden hoben mit vereinten Kräften dieses Ungetüm an Land. Gleich wollten wir ihn im Kescher wiegen. Peters Waage ging aber nur bis 24kg. Zum Glück hatte ich meine dabei die geht bis 50kg. Wir hängten sie ein, sie hoben ihn auf und als der Waller sich nur 1cm vom Boden entfernte sagte meine Waage “ERROR” Wir konnten es gar nicht glauben. Wir packten nun den Waller, der wie ein U-Hackerl da drinnen lag, aus. Was für ein Riese. Fritz und Peter messen ihn ab. 2,10 Meter es ist unglaublich. Noch einmal legten sie das Maßband an, aber es stimmte 2,10 Meter ist der Bursche. So und was machen wir jetzt mit IHM. Ich habe schon vorher mal ein Angebot von einem Teichbesitzer bekommen, der würde Waller ab 1,50m gerne haben. Eine Seilhälterung kam für mich nicht in Frage und ein großes Schwimmnetz haben wir auch nicht. So beschloss ich ihn wieder zurück zu setzen. Ich makierte ihn mit einer Stück Schnur an der Flosse, taufte ihn auf den Namen Peter der 1. und wir setzten ihn wieder zurück. Eigentlich wollten wir dass ganz ruhig erledigen aber der Waller verabschiedete sich mit einer Gratis-Dusche für uns und verschwand sofort wieder. Spätestens beim Abfischen im Herbst werden wir ihn wieder sehen. Jetzt stellt sich die Frage für mich. Wie viele Waller sind da wohl in meinem Pachtteich drinnen. Laut Erzählungen wurden Anfang 1990 – 6 metrige Waller eingesetzt. Dass könnte einer davon gewesen sein. Von 3 wissen wir dass sie gefangen und 2001, 2002, 2005 entnommen wurden. Fragezeichen über Fragezeichen, aber beim Abfischen werden dies Fragen wohl alle gelöst werden. Eines weiß ich auch ganz genau diese Waller war nicht der Waller den Rudi an der Angel hatte. Rudis Waller hatte eine ganz hellen Schädel und die Maulumrandung hat ausgesehen als hätte dieser einen gelben Lippenstift dick, breit und wellenförmig aufgetragen. Zum Abschluss dieses Pfingstwochenende hat unser jüngstes Mitglied Marcel einen Baby-Waller von 25cm auch auf Wurm gefangen. Dass war Waller Nr. 6 – 25cm, 35cm, 52cm, 68cm, 78cm und der Rekordwaller von 2100cm. Dass kann ja heiter werden. Karpfen angeln kann bei uns ganz schön Anstrengend sein und man braucht ein starkes Zeug dass wissen wir jetzt genau. Ich bin einfach nur Überglücklich und Stolz auf meine Mitglieder. Die mit Gefühl und Können dieses Hobby betreiben und Gott sei Dank nicht den Fisch in Vordergrund stellen sondern die freundschaftliche Gemeinsamkeit am Wasser schätzen.

2014-06-05 22.32.34

Rudi`s Angeltag 31.5.14

Und es gibt sie doch: Kleiner Bericht über unser Teich Leben: 4 ha Wasser zuletzt ausgelassen 1990. Als ich den Teich übernahm haben einige ehemalige Fischer gejammert weil angeblich so wenig Fische darin sind. Ich habe mich aber dafür entschieden dass ich heuer nicht mehr besetzen werde, da er im Herbst/Winter abgelassen wird. Einige behaupten das größere Welse darin sind, andere wieder sagen dass stimmt nicht die sind schon alle aus gefischt. Doch letzte Woche wurden die ersten 3 gefangen 50 -80 cm. Und die Karpfen werden jetzt auch schon gefräßiger. Nette Kerl zw.3 -8kg wurden in den letzten 14 Tagen gefangen. Na egal einige Jahreskartenfische blieben doch dem Teich treu. Samstag 14 Uhr waren Fritz und ich dabei für die Waller auszulegen. Ich mit Köder am Floss, Fritz an Land. Am anderem Ende vom Teich war Rudi(72 und nicht mehr so rüstig auf den Beinen). Wie immer wenn`s Wetter erlaubt sitzt er von Vormittag bis Abends da und jagt den Karpfen nach. Die Köder sind ausgelegt da hör ich einen Bissanzeiger, Dauerton. Ich schaute zu Rudi, der gerade einen Fisch drillt, also kann es von da nicht kommen. Und unsere Bissanzeiger waren auch stumm. Na dann wird es wohl mein Tinitus sein ?! Beim zurück paddeln merkt ich dass Rudi mit Kescher unter dem Arm und mit krummer Rute langsam am Ufer entlang ging. Ich fragte nach ob alles in Ordnung ist. Da schrie er rüber:“ I kun erm nimma holten“. Sofort schickte ich Fritz rüber und nachdem ich wieder an Land war kam ich nach. Rudi erzählte dass sein Köder angenommen wurde und langsam abgedampft ist. Der Fisch zog nach rechts, dann wieder die ganze Teichlänge (200m) nach links und dann wieder nach rechts und zum Schluss Schnurrstracks Richtung gegenüberliegendes Ufer (150m). Rudi drillte jetzt schon 1,5Std Ich sagte ihm er soll sich doch am Tisch anlehnen da ich merkte es gingen ihm die Kräfte aus. Er musste immer wieder seine Arme ausschütteln aber er drillte mit einer Ruhe. Die Bremse hatte er total im Griff. Dann Stillstand! Wir warteten eine Viertel Stunde und weil sich immer noch nichts rührte entschlossen Fritz und ich mit dem Floss raus zu fahren. Wir 3 glaubten dass sich die Schnur irgend wo verhängt hat. Also mit dem Floss der Schnur entlang. Dann endlich erreichten wir die Stelle an der sie im Rechten Winkel nach unten zeigte. Ich kniete nieder und zupfte ein bisschen, ganz sanft damit sie ja nicht abriss. Ich zupfte und zupfte auf einmal gab sie nach.Langsam zog ich cm für cm hoch. Irgend was hing daran aber es rührte sich nichts daran. Also war es bestimmt ein Ast. Doch der Ast plupperte mir Luftblasen entgegen. Na super jetzt kann ich schon dass Blei sehen, und Fritz stand mit dem Kescher hinter mir. Jetzt war das Blei so hoch heroben dass ich es nur mehr packen brauchte . Ich wollte es gerade aus dem Wasser heben als auf einmal ein rissiger Wallerkopf nachkam. Ganz ruhig kam er fast bis zur Wasseroberfläche herauf. Ich hatte zwar momentan einen Adrenalin Stoß in mir aber die Schnur immer noch in der Hand. Langsam tauchte er wieder ab. Schnell zog ich die Handschuhe an. Fritz sagte nur „Für den is dei Kescher füi Kloan“ und „Wos damma jetzt?“ Ich zog wieder an der Schnur und wieder kam er ganz langsam hoch. Ich sah schon wieder das Blei. Ich war fest entschlossen diesen Fisch zu landen. Aber was macht man wenn ein Wels das Maul zu hat??? Noch einmal kam er wieder fast bis zur Wasseroberfläche. Und leider war sein Maul wieder zu. Der Schädel war so groß wie ein zusammen gedrückter 20lt Eimer. Meine Hand war bereit zum zupacken, da bewegte sich Fritz hinter mir. Ein Platscher, und weg war er. Ich schrie Rudi zu er solle kurbeln, was dieser auch sofort tat, aber er war einfach nicht zu halten und die Schur riss ab. Zurück an Land erzählte ich ihm was für einen Fisch er am Hacken hatte. Er war fix und fertig. Schnell holte ich eine Flasche Whisky (0,04lt) und mit je einem Schluck leerten wir diese. Also es gibt sie doch noch die Uralten Waller aus den 90iger Jahren. Gefangen wurde er mit einer Monofilen Schnur, Tragkraft 10kg, mit einem 2er Schonhaken bestückt mit einem Boilli „BlaueSau“ . Wohl wird er diesen irgendwie ein gesaugt haben und der muss dann im inneren vom Maul hängen geblieben sein. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Schade dass ich ihn nicht landen hab können, aber irgendwann erwischen wir ihn bestimmt. Nach einer deftigen Grillerei haben wir diesen Tag abgeschlossen.